Drei-Generationen-Staffel aus Rheine beim Köln-Marathon
Vater, Töchter und Enkel in einem Team
Für Eugen Kowal von der Altenrheiner Laufabteilung ging am vergangenen Sonntag ein Wunsch in Erfüllung. Der 76-jährige lief zusammen mit seiner 49-jährigen Tochter Jessica, der 47-jährigen Tochter Vanessa und dem 19-jährigen Enkel Hennes im Rahmen des großen Köln Marathons den Staffelwettbewerb.
Was war vorausgegangen? Laufurgestein Eugen Kowal vom SC Altenrheine hatte die Laufschuhe für Wettkämpfe vor fünf Jahren eigentlich schon an den Nagel gehängt, lief aber noch wöchentlich mit seinem Vereinskollegen Werner Niehues im Training zehn Kilometer. Silvester 2025 kam in der Familie Kowal die Idee auf, gemeinsam als Staffel einen Marathon zu laufen. Dazu wählten sich Vater Eugen Kowal mit den Töchtern Jessica und Vanessa sowie Enkel Hennes den Köln-Marathon aus, der immer am ersten Oktober-Sonntag stattfindet.
Tochter Vanessa gab das Rauchen auf und begann mit dem Laufsport. Sohn Hennes, Schwester Jessica und Vater Eugen waren bereits mit dem Laufvirus infiziert. Die Anmeldung für die Marathon-Staffel in Köln am 4. Oktober 2026 ging heraus. In einem Kölner Hotel wurde eine Unterkunft gebucht. Am Wettkampfsonntag hätte man nicht früh genug anreisen können. Die Spannung stieg von Monat zu Monat. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit.
Am Samstagmorgen reiste man mit dem Zug an, bezog in einem Kölner Hotel Quartier und holte im Messezentrum Köln-Deutz die Wettkampfunterlagen ab. Am Sonntagmorgen musste sich jeder nach einem leichten Frühstück per U- und S-Bahn auf den Weg zur Staffelposition des 42,195 km langen Marathons begeben. Es herrschte überall viel Gedränge. Insgesamt waren beim Hauptlauf, dem Halbmarathon und den Staffeln über 41.000 Athleten am Start. Zehntausende von Zuschauern waren unterwegs.
Eineinhalb Stunden nach dem Start des Hauptlaufs fiel um 10:30 Uhr der Startschuss für 1.033 Staffeln. Jussica Kaup lief als Startläuferin der Rheiner Drei-Generationen-Staffel los. Familie TKKG stand unter ihrer Startnummer. Dies war kein Geheimcode, sondern die Abkürzung für „Team Kowal, Kaup, Greim“. Jessica lief locker und wechselte nach 12 Kilometern auf ihre Schwester Vanessa Greim, die ebenfalls schnell unterwegs war.
In der dritten Wechselzone bei Kilometer 24 war viel Gedränge unter 1.000 Wechsel-Athleten. Vanessa erspähte aber ihren Vater Eugen, der im Trommelgewirbel der Zuschauer weitere sechs Kilometer bravourös absolvierte. Bei Kilometer 30 wechselte er auf seinen Enkel Hennes, der voller Begeisterung die letzten 12,195 Kilometer bis ins Ziel am Kölner Dom lief. Nach 4:26:53 Stunden überquerte er den Zielstrich. Kurz darauf lagen sich die Rheiner Staffelmitglieder in den Armen. Die Anspannung war gewichen. Man war stolz und glücklich und freute sich über die Finisher-Medaillen des Köln-Marathon. In der Gesamtwertung belegte das Rheiner Drei-Generationen-Team unter 1.033 Mannschaften einen guten 733. Platz.
Bildunterschrift:
Das Rheiner Drei-Generationen-Team mit Enkel Hennes Greim (l.), Großvater Eugen Kowal sowie den Töchtern Vanessa Greim und Jessica Kaup war am Sonntag beim Staffel-Marathon in Köln erfolgreich.