Mittwochabend. 18:54 Uhr. Perfekte Anstoßzeit für Leute, die tagsüber arbeiten und abends noch einmal so tun wollen, als wären sie Profifußballer.
Der SC Altenrheine tritt bei GWA Rheine an. Im Tor steht Pete Wipperführth. Davor bilden Felix Spielmann und Lars Rozmiarek die Innenverteidigung. Vorne soll Kai Sandmann für Gefahr sorgen. Weil der Ü32-Kader ungefähr so breit besetzt ist wie die Auswahl an veganen Gerichten auf einem Schützenfest, wird noch aus der Ü40 aufgefüllt. Unter anderem mit Thomas Schütte, Ivan und Mucki.
Trainer Sascha Bernsmeier ist zunächst nicht zu sehen. Vermutlich muss er sich noch um seine Frau Eddy kümmern oder sucht irgendwo seinen Modekatalog von 1998.
Die ersten zwölf Minuten sind ungefähr so spannend wie ein WLAN-Router beim Blinken. Ball links, Ball rechts, Einwurf, Fehlpass, Einwurf. Das große Zwischenfazit nach zwölf Minuten: Es ist sehr langweilig.
Dann erscheint endlich Trainer Sascha Bernsmeier am Spielfeldrand. Wieder geschniegelt und erstklassig gekleidet. Modisch passend zur Wetterlage trägt er Hochwasserhose. Man weiß nicht, ob er zum Fußball oder zum Hochwasserschutz gekommen ist.
Minute 14. Erste richtige Chance für den SCA. Kai Sandmann wird von Björn Reinhold bedient, steht frei vor dem Torwart, scheitert aber knapp. Der Keeper bleibt Sieger.
Kurz darauf die nächste Möglichkeit. Martin Birsner schlägt eine Sahneflanke auf Ivan. Alle rechnen schon mit dem Tor. Der Torwart allerdings nicht. Der hält das Ding überragend.
20 Minuten gespielt. Becks trifft endlich ein. Er musste vorher noch drei Termine absagen, zwei Probleme lösen und einen Kaffee retten."
Minute 25. Nächste SCA-Chance. Nach einem Luftloch-Seitfallzieher-Versuch von Björn Reinhold passiert vor allem eins: kein Tor.
Wenig später taucht Björn Reinhold erneut allein vor dem Keeper auf. Riesenchance. Aber auch diesmal bleibt das Netz unberührt. Da war mehr drin als in manchem Altersvorsorgevertrag.
Minute 30. Erste Gelegenheit für GWA. Ein Flugball segelt Richtung Winkel. Pete Wipperführth beobachtet die Flugbahn so intensiv, dass der Ball freiwillig ans Lattenkreuz geht. Weltklasse Blickabwehr.
Minute 33 dann endlich das 1:0 für den SC Altenrheine. Ein viel zu langsamer Rückpass Richtung Torwart. Kai Sandmann riecht den Braten, sprintet dazwischen, umkurvt den Keeper und schiebt ein. Eiskalt. Genau so musst du solche Geschenke annehmen.
Nur eine Minute später verhindert Pete mit einem spektakulären Hechtsprung den Ausgleich. Stark gemacht. So geht es mit einer verdienten 1:0-Führung in die Pause.
Zweite Halbzeit. Thomas Schütte kommt ins Spiel. Frische Beine, zumindest im Rahmen dessen, was man aus der Ü40 als frisch bezeichnet.
Minute 40. Freistoß für den SCA aus aussichtsreicher Position. Kai Sandmann tritt an. Der Ball fliegt wunderschön Richtung Winkel. Und knallt ans Lattenkreuz. Wahrscheinlich hört man das Geräusch noch heute in Mesum.
Minute 41. Kleine Rangelei zwischen Pete und einem gegnerischen Stürmer. Ein bisschen Handgemenge , ein bisschen Theater, ein bisschen Ü32-Romantik. Alles im grünen Bereich.
Minute 55. Ecke für GWA. Pete rettet stark zur nächsten Ecke. Die wird geklärt. Daraus entsteht die dritte Ecke. Die wird ebenfalls entschärft. Mehr Gefahr entsteht dabei ungefähr so viel wie bei einer Familienpackung Kamillentee.
Danach plätschert die Partie ihrem Ende entgegen. Beide Mannschaften wirken zufrieden mit ihrem Schicksal. Die Kräfte schwinden, die Wege werden länger, die Gedanken kreisen vermutlich schon um das erste Kaltgetränk.
Minute 70. Abpfiff.
Der SC Altenrheine gewinnt verdient mit 1:0 bei GWA Rheine. Pete hält die Null fest, Verletzungen gibt es keine und pünktlich zum Schlusspfiff setzt der Regen ein. Als hätte selbst das Wetter gesagt: „Jungs, reicht jetzt auch."
Also ab unter das Dach, Bier in die Hand und rein in den gemütlichen Teil des Abends.
Endstand: GWA Rheine 0:1 SC Altenrheine.
Torschütze: Kai Sandmann (33.).
Die drei wichtigsten Erkenntnisse des Abends: Kai kann Tore schießen, Pete kann Bälle halten und Regen hat ein ausgezeichnetes Timing. Und die vierte, oft verdrängte Erkenntnis: Warsteiner ist vielleicht nicht das leckerste Bier auf Gottes grüner Wiese.
von Matthias Betz
Mit einem neuen Fußballabend für Freunde des gepflegten Altherren Fußballs startet der SC Altenrheine in das Pfingstwochenende 2026. Am Freitag, 22. Mai, feiert am Schürweg das erste Altherren Pfingstturnier seine Premiere. Und schon jetzt ist spürbar, dass die Vorfreude innerhalb des Vereins groß ist.
Ab 18 Uhr rollt auf der Anlage des Sportparks Altenrheine der Ball. Sechs Mannschaften kämpfen dann im Modus jeder gegen jeden um den großen Siegerpokal, der künftig jedes Jahr ausgespielt werden soll. Neben zwei Teams des Gastgebers gehen GWA Rheine, FC Eintracht Rheine, Eintracht Rodde sowie der Ski Club Rheine an den Start. Gespielt wird jeweils zwölf Minuten pro Partie, sodass die Zuschauer sich auf einen kurzweiligen Fußballabend mit vielen Spielen, zahlreichen Toren und jeder Menge bekannten Gesichtern freuen dürfen.
Für die Altherrenabteilung des SC Altenrheine ist das Turnier mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb. Vielmehr soll der Abend Fußballromantik vergangener Zeiten mit geselligem Vereinsleben verbinden. Alte Weggefährten treffen sich wieder, Rivalitäten aus früheren Jahren leben für ein paar Minuten erneut auf und gleichzeitig steht das Miteinander klar im Vordergrund. Genau diese Mischung macht den besonderen Charme solcher Turniere aus.
Altherren Obmann Dennis Knips fiebert der ersten Ausgabe bereits entgegen. „Wir freuen uns einfach, dass es endlich losgeht. Natürlich hätten wir gerne noch das eine oder andere Team mehr dabei gehabt, aber über Pfingsten sind viele Spieler schon anderweitig unterwegs gewesen. Trotzdem sind wir überzeugt, dass es ein richtig schöner Abend wird“, sagt Knips. Besonders wichtig sei ihm, dass das Turnier langfristig Bestand habe. „Wenn alles gut läuft, wollen wir daraus eine feste Tradition machen.“ Sein Wunsch sei klar: Im kommenden Jahr soll die zweite Ausgabe mit noch mehr Mannschaften stattfinden.
Dass der Gastgeber das eigene Turnier unbedingt gewinnen möchte, versteht sich beinahe von selbst. Hinter den Kulissen laufen die Planungen der beiden Altenrheiner Mannschaften schon seit Wochen. Die Trainer Dennis Deblaere und Sascha Bernsmeier feilen intensiv an ihren Kadern, diskutieren Aufstellungen und tüfteln an der bestmöglichen Besetzung für beide Teams. Innerhalb des Vereins wird längst darüber spekuliert, welche Altenrheiner Mannschaft am Ende die Nase vorne haben könnte.
Doch nicht nur sportlich dürfte der Abend einiges bieten. Die Wettervorhersagen versprechen frühsommerliche Temperaturen und beste Bedingungen für einen langen Fußballabend unter freiem Himmel. Rund um den Platz sorgt der Verein für passende Verpflegung. Fassbier, Pommes, Bratwurst und Currywurst sollen dafür sorgen, dass Spieler, Zuschauer und Fans gemeinsam einen geselligen Abend verbringen können.
Das neue Altherren Turnier bildet gleichzeitig den Auftakt für ein ohnehin besonderes Fußballwochenende in Altenrheine. Direkt im Anschluss steigt am Samstag und Sonntag das traditionsreiche 32. E Jugend Pfingstturnier des SC Altenrheine. Insgesamt 42 Nachwuchsmannschaften werden dabei erwartet und verwandeln die Sportanlage erneut in einen Treffpunkt für Jugendfußball aus der gesamten Region.
Beim SC Altenrheine hofft man nun darauf, dass viele Fußballfreunde bereits am Freitag den Weg an den Schürweg finden. Die Zutaten für eine gelungene Premiere scheinen jedenfalls vorhanden zu sein: gutes Wetter, spannende Spiele, bekannte Gesichter und ein großer Pokal, den am Ende jeder gerne mit nach Hause nehmen würde.
von Matthias Betz
ALTENRHEINE. Die Ü32 des SC Altenrheine hat den Einzug in das Final Four Turnier im Kreispokal verpasst. Im entscheidenden Gruppenspiel unterlag die Mannschaft am Dienstagabend im heimischen Sportpark am Schürweg dem FSV Ochtrup mit 1:2 und das trotz klarer Feldvorteile über weite Strecken der Partie.
Bereits vor dem Anpfiff sorgte eine kuriose Szene für Gesprächsstoff. Der Schiedsrichter hatte seine Karten vergessen. Kurzerhand musste ein zugeschnittener gelber DIN A4 Zettel als Ersatz herhalten, während eine rote Karte schlicht nicht verfügbar war, verbunden mit der Hoffnung aller Beteiligten, dass diese auch nicht benötigt werden würde.
Sportlich begann die Partie engagiert. Schon in der 2. Minute hatte Altenrheine die erste gute Möglichkeit, ließ diese jedoch ungenutzt. In der Anfangsphase entwickelte sich ein ansehnliches Spiel mit leichten Vorteilen für den SCA. Nach 13 Minuten wurde es erstmals richtig gefährlich. Eine verunglückte Flanke senkte sich auf die Latte des Ochtruper Tores Pech für die Gastgeber. Auf der Gegenseite vergab Ochtrup wenig später einen Freistoß aus aussichtsreicher Position deutlich.
Die kalte Dusche folgte in der 18. Minute. Nach einem Ballverlust auf der linken Abwehrseite nutzte Ochtrup die Gelegenheit eiskalt zum 0:1. Obmann Dennis Knips sah die Ursache in unnötigem Kurzpassspiel in der Defensive. Nur zwei Minuten später der nächste Rückschlag. Kai Sandmann verletzte sich ohne Gegnereinwirkung und musste ausgewechselt werden, für ihn kam Maurice Wilkens in die Partie.
Altenrheine blieb spielbestimmend, ließ Ball und Gegner laufen doch die Tore machte der Gegner. In der 25. Minute erhöhte Ochtrup aus dem Nichts auf 0:2. Zur Halbzeit fiel das Fazit entsprechend zwiespältig aus. Der SCA dominierte das Spielgeschehen, doch Effizienz und Kaltschnäuzigkeit lagen klar auf Seiten der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel, nun in Richtung der eigenen Fankurve spielend, erhöhte Altenrheine nochmals den Druck. Andreas Beckmann kam für Björn Reinhold, der mit Rücken und Hüftproblemen zu kämpfen hatte möglicherweise auch der ungewohnten Rolle auf dem linken Flügel geschuldet.
Die Chancen häuften sich. Kevin Vollrath verzog in der 42. Minute deutlich, kurz darauf sah ein Ochtruper Spieler nach einem harten Foul an Sven Sandmann die erste und einzige Gelbe Karte des Abends gezeigt in Form des improvisierten DIN A4 Zettels.
In der 46. Minute keimte dann Hoffnung auf. Nach einer schönen Flanke verkürzte Felix Spielmann per Kopf auf 1:2. Altenrheine war nun klar am Drücker, verlagerte das Spiel nahezu komplett in die Hälfte der Gäste und drängte auf den Ausgleich.
Die beste Gelegenheit bot sich Chris Naberbäumer, dessen Freistoß der Ochtruper Schlussmann gerade noch an die Latte lenken konnte. Doch trotz aller Bemühungen fehlte dem SCA an diesem Abend die letzte Durchschlagskraft. Die Offensivaktionen erinnerten phasenweise an das bekannte Problem beim SV Werder Bremen, gute Ansätze waren vorhanden, doch im entscheidenden Moment fehlte die Konsequenz im Abschluss.
In der Schlussphase boten sich weitere Möglichkeiten, doch entweder fehlte die Präzision wie bei einem Luftloch von Adrian Tuart oder die Abschlüsse verfehlten deutlich ihr Ziel. Auch ein Volleyschuss von Christian Kipker brachte keine Wende mehr.
Nach dem Abpfiff stand die bittere Erkenntnis. Altenrheine hatte mehr vom Spiel, nutzte seine Chancen jedoch nicht konsequent genug. Mit der 1:2 Niederlage ist der Traum vom Final Four Turnier geplatzt.
Ein kleiner Trost blieb nur abseits des Spielfelds. Bratwurst und Bier schmeckten weiterhin. Und während die Zuschauer langsam den Sportpark verließen, brachte Torschütze Felix Spielmann die körperlichen Strapazen des Abends mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. „Tennis wäre heute vielleicht die bessere Wahl gewesen".
Von Matthias Betz
ALTENRHEINE. Für die Ü32 des SC Altenrheine Ü32 steht am heutigen Dienstagabend (14. April 2026) ein richtungsweisendes Spiel im Ü32-Kreispokal auf dem Programm. Im heimischen Sportpark am Schürweg empfängt die Mannschaft den FSV Ochtrup. Anstoß ist um 19:15 Uhr. Gespielt wird auf dem Hauptplatz, was dem Spiel zusätzlich einen besonderen Rahmen verleiht.
Die Ausgangslage verspricht Hochspannung. Nach zwei absolvierten Gruppenspielen belegt Altenrheine aktuell mit drei Punkten Rang drei in der Vierergruppe. Der Auftakt verlief vielversprechend. Gegen die SF Gellendorf gelang ein überzeugender 4:1-Erfolg, bei dem die Offensive ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Im zweiten Spiel folgte jedoch ein Dämpfer. Gegen den SC Reckenfeld musste sich der SCA mit 0:2 geschlagen geben.
Dass die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel dennoch alle Optionen offenlässt, ist einer günstigen Konstellation zu verdanken. Der FSV Ochtrup setzte sich seinerseits mit 2:0 gegen Reckenfeld durch und sorgte damit für die notwendige „Schützenhilfe". Dadurch hat Altenrheine weiterhin die Chance, den Gruppensieg aus eigener Kraft zu erringen. Entscheidend ist dabei der direkte Vergleich. Bei Punktgleichheit zählt dieser und genau hier liegt die große Chance für den SCA. Mit einem Sieg gegen Ochtrup würde die Mannschaft an der Konkurrenz vorbeiziehen und sich Platz eins sichern.
Dieser hätte eine besondere Bedeutung, denn nur der Gruppensieger qualifiziert sich für das Final-Four-Turnier, das am 8. Mai 2026 in Reckenfeld ausgetragen wird. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Partie, die intern bereits als „kleines Finale" bezeichnet wird.
Die Vorbereitung auf dieses Schlüsselspiel verlief bewusst konzentriert, aber auch mannschaftsdienlich. Am vergangenen Samstag nutzte das Team den offiziellen Saisonauftakt im eigenen Sportpark für eine Generalprobe. Neben einem internen Testspiel, bei dem Abläufe und Abstimmung im Fokus standen, wurde im Anschluss der Teamgeist gestärkt. Beim gemeinsamen Abend im Clubheim mit Essen und Getränken lag der Schwerpunkt auf Zusammenhalt und mentaler Einstimmung auf die entscheidende Phase des Wettbewerbs.
Trainer Sascha Bernsmeier zeigte sich im Vorfeld entsprechend optimistisch. Der Kader sei „stark besetzt" und die Mannschaft gehe mit der nötigen Mischung aus Erfahrung und Motivation in die Partie. Mit Akteuren wie Alex Watta, Maurice Wilkens und Andreas Beckmann stehen routinierte Kräfte zur Verfügung, die gerade in solchen Entscheidungsspielen ihre Qualitäten einbringen können.
Personell gibt es nur kleinere Einschränkungen. So muss Altenrheine auf Julian Deblaere verzichten, der aufgrund konditioneller Defizite nicht zur Verfügung steht. Dafür darf sich das Team auf ein Debüt freuen. Kevin Vollrath wird erstmals für die Ü32 des SCA auflaufen. In der Defensive ruhen die Hoffnungen unter anderem auf Abwehr-Hüne Felix Spielmann, der gemeinsam mit Chris Naberbäumer für Stabilität sorgen soll und die Abwehr weiter festigen könnte.
Neben der sportlichen Komponente setzen die Verantwortlichen auch auf die Unterstützung von außen. Der Verein hofft auf zahlreiche Zuschauer, die dem Team den nötigen Rückhalt geben. Die Rahmenbedingungen dafür sind geschaffen. Der Pavillon am Sportpark ist geöffnet, für das leibliche Wohl mit Bratwurst und kühlen Getränken ist gesorgt.
Alles ist somit angerichtet für einen spannenden Fußballabend in Altenrheine. Auf dem Hauptplatz und vor heimischer Kulisse. Die Ausgangslage ist klar, die Motivation hoch und mit einem Sieg hätte die Ü32 des SC Altenrheine den Einzug in das Final Four in eigener Hand. Ein echtes Endspiel im eigenen Sportpark.
Von Matthias Betz
Wenn man dieses Spiel in Worte fassen will, dann muss man eigentlich schon vor dem Anpfiff beginnen,denn selbst das Drumherum hatte an diesem Abend seine ganz eigene Geschichte. Gerade einmal zwei Anhänger des SC Altenrheine hatten den Weg nach Reckenfeld gefunden: Peter Achterberg und Jan Wortmann. Eine treue, aber doch sehr überschaubare Kulisse, das ist, vorsichtig formuliert, ausbaufähig.
Und auch neben dem Platz lief nicht alles nach Plan: Der neue Obmann Dennis Knips ließ ebenfalls auf sich warten. Schuld daran, so munkelt man, war das kaum zu durchquerende Emsdetten zu dieser Uhrzeit. Zeitweise hatte man fast den Eindruck, man stehe nicht im Kreis Steinfurt, sondern mitten im Berufsverkehr auf der A42. Kreispokal kann eben auch logistische Höchstleistung sein.
An der Seitenlinie bot sich ebenfalls ein denkwürdiges Bild: Trainer Sascha Bernsmeier setzte modisch ein kleines Ausrufezeichen, denn der Reißverschluss seiner Trainingshose hatte den Dienst quittiert und wurde kurzerhand mit einer Sicherheitsnadel zusammengehalten. Pragmatisch, kreativ und irgendwie sinnbildlich für den ganzen Abend.
Dann aber: 16. März 2026, Flutlicht in Reckenfeld, die Ü32 im Kreispokal, und ja, es ging um richtig was. Der Weg ins Final Four: greifbar. Ein Sieg beim SC Reckenfeld, und man hätte sich eine glänzende Ausgangsposition erarbeitet. Man hatte seine Hausaufgaben gemacht, Gellendorf geschlagen, während Reckenfeld dort nur remis spielte. Ochtrup noch ohne Einsatz. Die Bühne war bereitet, eigentlich eine dieser Nächte, in denen man Geschichte schreiben kann.
Und dann beginnt dieses Spiel schon wie ein kleines Kuriositätenkabinett: Sven Sandmann, eine Minute vor Anpfiff erst auf dem Platz, ohne Trikot, ohne Hose. Das ist kein Versprecher, das ist Kreispokal-Romantik pur! Zwischen Kabine und Spielfeld wird sich im Sprint umgezogen, Trainer Sascha Bernsmeier liefert höchstpersönlich das Trikot, frisch unter dem Pullover hervorgezaubert. Wenn du so reinkommst, dann weißt du: Heute kann alles passieren. Und genau dieses Gefühl zieht sich durch die gesamten 70 Minuten.
Das Flutlicht brennt, es dämmert, und genauso verschwommen ist zunächst auch das Spiel. Viele Fehlpässe, wenig Struktur, auf beiden Seiten. Vielleicht lag's wirklich an den schwer unterscheidbaren Trikots, erst nach zwölf Minuten gibt's Leibchen. Und dann wird's plötzlich gefährlich: Ecke Reckenfeld, Latte! Das erste Ausrufezeichen.
Man merkt früh: Altenrheine hat Probleme. Die Dreierkette wackelt, Bernsmeier und Deblaere reagieren noch nicht. Und hinten häufen sich die Fehler. Immer wieder tauchen Reckenfelder Stürmer frei vor Tobi Reekers auf. Aber was der Keeper da zeigt, ist schlicht überragend. Mehrfach hält er seine Mannschaft im Spiel, rettet in Minute 20, rettet in Minute 25 gleich doppelt. Ohne ihn, das Ding wäre früh entschieden gewesen.
Und offensiv? Da blitzt es nur auf. Andre Paschke mit einem starken Lauf, Flanke auf Kai Sandmann, gehalten. Kurz darauf Freistoß, wieder Sandmann, wieder der Keeper. Ecke, Rozmiarek drüber. Chancen da, aber nicht zwingend genug, nicht mit der letzten Konsequenz. Man hat das Gefühl: Da geht was, aber man packt es nicht richtig an.
Dann Minute 34. Und es passt ins Bild: wieder ein individueller Fehler, wieder Unordnung in der Defensive. 1:0 für Reckenfeld. Reekers diesmal ohne Chance. Ein Nackenschlag zu einem Zeitpunkt, an dem das Spiel eigentlich völlig offen war.
Und jetzt kommt eine Komponente rein, die diesem Spiel zunehmend die Kontrolle entzieht: der Ton auf dem Platz. Beleidigungen, Provokationen, ein Spieler besonders auffällig. Und der Schiedsrichter? Lässt laufen. Viel zu lange. Das Spiel kippt emotional, ohne dass es sportlich entschieden wäre.
Altenrheine versucht zu antworten. Kai Sandmann umkurvt sogar den Keeper, aber der Winkel wird zu spitz. Halbzeit. Man geht mit dem Gefühl in die Kabine, dass hier noch alles drin ist, wenn man es sauberer zu Ende spielt.
Umstellung auf Viererkette, Björn Reinhold kommt. Und Altenrheine wird besser. Direkt nach Wiederanpfiff fast der Ausgleich: Freistoß Kai Sandmann, der Ball rutscht dem Torwart durch die Hände... und kullert knapp vorbei. Das wäre es gewesen! Das sind diese Momente, die so ein Spiel kippen können.
Doch statt Fußball rückt zunehmend etwas anderes in den Vordergrund: Diskussionen, Nickligkeiten, hitzige Szenen. Ein klarer Elfmeter an Paschke? Nicht gegeben. VAR? Natürlich nicht vorhanden. Willkommen im Kreispokal, wo Emotionen manchmal schneller eskalieren als das Spiel selbst.
Die Gelbe Karte für den lautstarken Reckenfelder kommt spät, viel zu spät. Altenrheine ist jetzt dran, ist besser im Spiel, aber im letzten Drittel fehlt die Präzision. Immer wieder ein Haken zu viel, ein Pass zu ungenau. Man spielt sich in gute Räume, aber nicht in klare Abschlüsse.
Und trotzdem: Chancen! Reinhold mit einem Fallrückzieher, daneben. Wipperfürth steckt durch auf Turat, knapp vorbei. Es liegt in der Luft, es riecht nach Ausgleich. Doch genau in dieser Phase fehlt die Kaltschnäuzigkeit, die so ein Pokalspiel entscheidet.
Dann Minute 73. Und sie steht sinnbildlich für diesen Abend. Angriff Reckenfeld, der Stürmer setzt sich durch, klarer Arm im Gesicht von Sven Sandmann. Ein Foul, das eigentlich jeder sieht. Außer der Schiedsrichter. Das Spiel läuft weiter, der Ball ist drin: 2:0. Das ist nicht nur ein Tor, das ist ein Wirkungstreffer, sportlich und emotional.
Die letzten Minuten laufen aus, Altenrheine versucht es weiter, aber man merkt: Der Glaube wird kleiner, die Zeit läuft davon. Und dann ist Schluss.
Abpfiff. Und wenn man ehrlich ist: Dieses Ergebnis erzählt nicht die Geschichte dieses Spiels. Ein Unentschieden wäre mindestens verdient gewesen. Vielleicht sogar ein wildes 3:3 – es hätte zu diesem Abend gepasst. Es war kein Klassenunterschied, es war ein Spiel, das durch Details entschieden wurde und durch Entscheidungen.
Was bleibt?
Ein überragender Tobi Reekers.
Ein SC Altenrheine, der sich durch eigene Fehler und fehlende Konsequenz um den Lohn bringt.
Und ein Gegner, der fußballerisch gut, aber im Auftreten mehr als grenzwertig war, was selbst nach Abpfiff ein Offizieller des SC Reckenfeld mit einer Entschuldigung für das Verhalten seiner Mannschaft einräumt.
Und vielleicht bleibt auch noch etwas anderes: dieses typische Gefühl im Amateurfußball, wenn du weißt, dass mehr drin war – viel mehr.
Die Ausgangslage hat sich gedreht. Jetzt ist man auf Schützenhilfe angewiesen. Und eines ist klar: Beim Heimspiel am 14. April gegen den FSV Ochtrup gibt es keine Ausreden mehr. Das ist ein Endspiel. Und vielleicht, ja vielleicht, schreibt genau dieses Team dann doch noch seine eigene Pokalgeschichte.
Von Matthias Betz
Am kommenden Montag, den 16. März 2026, steht für die Altherren Ü32 des SC Altenrheine ein richtungsweisendes Gruppenspiel im Kreispokal Steinfurt auf dem Programm. Um 19:00 Uhr wird auf dem Kunstrasenplatz in Reckenfeld gegen den SC Reckenfeld angepfiffen. Nach dem erfolgreichen Kreispokalauftakt in die Saison 2025/26, als die Altenrheiner ihr erstes Gruppenspiel in der Gruppe C deutlich mit 4:1 gegen die Sportfreunde Gellendorf gewinnen konnten, wollen die Schützlinge von Trainerteam Sascha Bernsmeier und Dennis Deblaere den Schwung mitnehmen und weiter fleißig Punkte sammeln.
Für die Mannschaft geht es in dieser Spielzeit nicht nur um Tore, Punkte und Tabellenplätze, sondern auch um ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte. Das Reckenfeldspiel ist gleichzeitig das erste unter der sportlichen Leitung des neuen Altherren Obmanns Dennis Knips, der zusammen mit dem Trainerteam um Bernsmeier und Deblaere frischen Wind und neue taktische Impulse in die Ü32 Mannschaft bringt. Die Altenrheiner wollen ihren Anspruch auf das Final Four Turnier deutlich machen und dabei die Unterstützung der treuen Fans spüren.
„Wir starten mit viel Motivation und Ehrgeiz in diese Pokalrunde. Jeder Spieler weiß, dass es um mehr geht als nur ein Gruppenspiel. Wir wollen uns für das Final Four qualifizieren und dafür müssen wir von Beginn an präsent und konzentriert auftreten", erklärte Obmann Knips vor dem Spiel.
Die Ausgangslage in der Gruppe C ist spannend. Mit einem souveränen Sieg gegen Gellendorf im Rücken und einem noch ausstehenden Heimspiel gegen den FSV Ochtrup am 14. April 2026 im Sportpark Altenrheine hat der SC Altenrheine alle Chancen, die Gruppenführung zu behaupten und sich für das große Finale der Ü32 Altherren im Kreispokal zu qualifizieren. Die vier Gruppensieger werden beim Final Four Turnier, in Reckenfeld gegeneinander antreten, ein Highlight, das die Altenrheiner unbedingt erreichen wollen.
Alle Anhänger des Vereins sind herzlich eingeladen, die Mannschaft am Montagabend in Reckenfeld zu unterstützen. „Wir hoffen auf zahlreiche Fans, die uns begleiten und anfeuern. Die Unterstützung vom Schürweg kann den entscheidenden Unterschied machen", so Trainer Bernsmeier.
Der SC Altenrheine zeigt damit, dass die Ü32 Altherren nicht nur kämpferisch, sondern auch strategisch gut aufgestellt sind. Die Mannschaft verbindet Erfahrung mit Spielfreude, und das Trainerteam setzt auf klare Spielstrukturen, um die Gegner unter Druck zu setzen.
Mit Blick auf das bevorstehende Spiel ist die Marschroute klar: konzentriert auftreten, die Chancen nutzen und die Tabellenführung festigen. Für die Altenrheiner Ü32 steht fest, der Kanal wird zum Schauplatz, an dem sie ihren Weg ins Final Four Turnier ebnen wollen und das mit voller Unterstützung ihrer Fans.
von Matthias Betz
Altenrheine. Die Altherren-Fußballabteilung des SC Altenrheine hielt am 23. Januar 2026 ihre Jahreshauptversammlung ab. Mit knapp über 50 anwesenden Mitgliedern war die Versammlung gut besucht und unterstrich einmal mehr den hohen Stellenwert der Altherren innerhalb des Vereins.
Nach der Begrüßung standen die üblichen Tagesordnungspunkte auf dem Programm. Dazu zählten unter anderem die Verlesung des Protokolls der Jahreshauptversammlung 2025 sowie die Berichte des Vorstands und der sportlichen Leitung über das vergangene Jahr. Einen besonderen Schwerpunkt nahm in diesem Jahr der Punkt Neuwahlen ein.
Im Mittelpunkt stand dabei die Wahl eines neuen Altherren-Obmanns. Lui Brüning, der dieses Amt in den vergangenen sechs Jahren mit großem Engagement und hoher Verlässlichkeit ausgeübt hatte, stellte sich aus zeitlichen und persönlichen Gründen nicht erneut zur Wahl. In einer kurzen Würdigung wurde sein Einsatz für die Abteilung hervorgehoben, insbesondere seine Rolle als verbindendes Element zwischen sportlichem Betrieb und geselligem Vereinsleben. Die Versammlung dankte ihm ausdrücklich für seine langjährige und erfolgreiche Arbeit im Dienste der Altherrenabteilung.
Als Nachfolger wurde Dennis Knips vorgeschlagen und schließlich einstimmig, ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen, zum neuen Altherren-Obmann gewählt. Dieses eindeutige Votum unterstrich das große Vertrauen der Mitglieder in seine Person. Knips übernimmt das Amt mit sofortiger Wirkung und stellt sich künftig der organisatorischen und repräsentativen Verantwortung der Abteilung. Im Zuge der Neuausrichtung gibt er den bisherigen Trainerposten ab, um sich voll auf seine neue Aufgabe konzentrieren zu können. Stellvertretender Obmann bleibt wie in den letzten Jahren Marco Brinkmann.
Unmittelbar nach seiner Wahl setzte der neue Altherren-Obmann bereits ein erstes Zeichen für die kommende Saison. Noch während der Versammlung konnte Dennis Knips die erste Neuverpflichtung vermelden: Kevin Vollrath kehrt nach einer kurzen sportlichen Stippvisite zu den benachbarten Sportfreunden aus Gellendorf zurück zum SC Altenrheine und verstärkt künftig das Team der Altherren. Die Rückkehr wurde von den anwesenden Mitgliedern mit Zustimmung aufgenommen und stand sinnbildlich für den eingeschlagenen Kurs. Die Altherrenabteilung darf sich auf einen bekannten und geschätzten Spieler freuen.
Auch die weiteren personellen Entscheidungen sorgten für Kontinuität und frische Impulse zugleich. Die Trainerposten wird weiterhin von Sascha Bernsmeier getragen, der diese Aufgabe bereits in den vergangenen Jahren erfolgreich ausgeübt hat. Neu im Trainerteam ist Dennis Deblaere, der nach einer Verletzung bei den Altherren-Stadtmeisterschaften aktuell im aktiven Spielbetrieb pausieren muss, sich jedoch bereits in die organisatorischen und sportlichen Abläufe einbringt. Die Leitung des Spielbetriebs verbleibt unverändert bei Henne Bäthker, der damit weiterhin für die Koordination der Spiele verantwortlich zeichnet.
Auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gab es eine formale Neuerung: Matthias Betz, der die Presse- und Medienarbeit der Altherrenabteilung bereits seit geraumer Zeit begleitet, übernimmt diese Aufgabe nun auch offiziell als Pressewart.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde ein Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2025 gegeben. Neben dem Saisonauftakt zählten hierzu die Mannschaftsfahrt nach Norderney, eine Fahrradtour sowie der Saisonabschluss, die allesamt großen Anklang fanden. Auch die Mitgliederentwicklung wurde thematisiert: Derzeit sind 131 Mitglieder in der Altherrenabteilung des SC Altenrheine gelistet.
Sportlich blickte man ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Von insgesamt 18 geplanten Begegnungen konnten 12 Spiele gegen sechs verschiedene Vereine ausgetragen werden. Häufigster Gegner waren dabei die Sportfreunde aus Gellendorf. Von sechs Spielabsagen musste der SC Altenrheine lediglich einmal selbst aufgrund zu geringer Zusagen absagen. Die sportliche Bilanz fiel positiv aus: Neun Siege, ein Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen standen am Ende der Saison zu Buche. Besonders hervorzuheben ist der Turniersieg der Ü32 Mannschaft des SCA beim Turnier der Sportfreunde aus Gellendorf, der zweite Platz beim Turnier in Dreierwalde sowie der höchste Saisonsieg mit einem 7:0-Erfolg gegen die Sportfreunde aus Gellendorf (Ü32). Interner Torschützenkönig der Saison 2025 wurde Kai Sandmann mit zehn Treffern.
Zum Abschluss richtete sich der Blick nach vorne. Für das Jahr 2026 stehen bereits mehrere Höhepunkte fest, darunter das erste Altherren-Pfingstturnier am 22. Mai 2026, zu dem voraussichtlich acht Mannschaften erwartet werden. Darüber hinaus ist die Mannschaftsfahrt nach Norderney im Juni geplant, ergänzt durch weitere sportliche und gesellige Veranstaltungen im Jahresverlauf.
Meine Damen und Herren, liebe Freunde des gepflegten Altherren-Zauberfußballs,
ich war dabei. Kopernikushalle, 27.12.2025. Und was soll ich sagen: Der SC Altenrheine hat Dinge getan, die man so eigentlich nur aus Märchen kennt – oder aus sehr ambitionierten WhatsApp-Gruppen.
Spiel 1: SC Altenrheine – Mesum 1:1
von Matthias Betz
Gleich zu Beginn ein historischer Moment. Nach exakt zwei Sekunden trifft Dennis Deblaere. 2 !!! Sekunden! Das ist nicht nur die schnellste Führung des Turniers, sondern laut Dennis Knips auch die erste Altenrheiner Führung seit nahezu zehn Jahren.
Mesum war noch beim Schuhe binden, wir schon am Jubeln.
Danach wurde es spannend. Unser Torwart Pete war... sagen wir mal... präsent. Mehrfach unsicher, aber immer ehrlich bemüht. Kurz vor Schluss dann der Ausgleich. Und danach noch eine Konterchance für uns – die wurde natürlich nicht genutzt. Man will es ja spannend halten. 1:1. Achtbar. Historisch. Fast ein Sieg.
Spiel 2: SC Altenrheine – Hauenhorst 1:3
Schnell 0:2 hinten. Klassischer Altenrheiner Turniermodus: erst mal kurz testen, ob Rückstände wirklich schlimm sind.
Kai Sandmann macht das 1:2, Hoffnung keimt auf... und wird kurz vor Schluss mit einem Lupfer aus ¾ Feldlänge wieder fachgerecht entsorgt. 1:3.
Überschattet wird das Spiel von der schweren Knieverletzung von Dennis Deblaere. An dieser Stelle: Gute Besserung, Dennis! Ganz Altenrheine steht hinter dir – auch wenn wir normalerweise eher vorm Tresen stehen.
Jetzt war klar: Spiel 3 wird ein kleines Finale. Ein Sieg mit drei Toren musste her. Minimum.
Spiel 3: SC Altenrheine – Rodde 7:0
Und dann... ja dann passiert das, womit niemand gerechnet hat – außer vielleicht wir selbst.
7:0.
Ein Feuerwerk. Tore wie am Fließband:
Chris zweimal
André dreimal
Rodde einmal selbst (Danke dafür ❤️)
Und dann... Björn, alias RR, Rabona-Reinhold
Man muss sich das vorstellen:
Altherren-Stadtmeisterschaft.
Kopernikushalle.
Männer, deren Körper morgens länger zum Aufwärmen brauchen als früher ganze Trainingseinheiten.
Björn bekommt den Ball – und entscheidet sich gegen Vernunft, gegen Biomechanik und gegen alles, was Orthopäden empfehlen.
Er zieht eine Rabona.
Nicht im Training.
Nicht im Spaß.
Im Spiel.
Ekstase pur...
Am Ende: Platz 2 in der Gruppe. Halbfinale!
Die Halle plötzlich laut. Die Altenrheiner Fans gefühlt in Überzahl. Wahrscheinlich auch real.
Halbfinale: SC Altenrheine – SF Gellendorf
Jetzt wurde es hitzig. Also richtig.
1:0 André Paschke – natürlich.
Zeitstrafe für Kai Sandmann. Zwei Minuten Unterzahl, Puls bei allen Ü40 irgendwo zwischen 180 und „Ich brauch kurz Sauerstoff".
Der Schiri?
Nun ja... suboptimal.
Sagen wir: Er hatte eine eigene Interpretation des Regelwerks. Eine sehr kreative.
Pete klärt einmal mit dem Kopf. Warum auch nicht. Handschuhe sind ja nur Deko.
1:1 – kurz Zittern.
2:1 Kai Sandmann – Erlösung.
3:1 Chris Naberbäumer – Ekstase.
3:2 – nochmal Herzrasen.
Noch 7 Sekunden.
Ende. Finale.
Finale: SC Altenrheine – Hauenhorst
Finale gegen Hauenhorst. Starke Truppe.
0:1.
Noch 3 Minuten.
0:2.
Wir treffen das Tor nicht mehr. Oder nur noch die Bande. Oder den Torwart. Oder gar nichts.
Endstand: Platz 2.
Fazit eines zufriedenen Turniers
Bester Torschütze: SF Gellendorf.
Bester Spieler des Turniers: André Paschke vom SC Altenrheine.
Wer hat was anderes erwartet? Eben.
Wenn uns vor dem Turnier jemand gesagt hätte: „Ihr werdet Zweiter" – wir hätten sofort unterschrieben. Mit beiden Händen. Und wahrscheinlich noch ein Bier bestellt.
Die Zuschauer waren begeistert. Die Altenrheiner Fans zahlenmäßig überlegen.
Das Bier war kalt. Zwar Warsteiner (normalerweise nur aus den grün-weiß-amisia-rheiner Gefilden bekannt), aber: Man nimmt, was es gibt.
Und es wurde viel genommen.
Ein überragendes Turnier, riesiger Teamgeist, Lust auf mehr.
Und am Ende noch einmal: Gute Besserung, Dennis Deblaere.
Dieser zweite Platz ist auch deiner.
Vielen Dank.
Ich geh dann mal langsam die Knie kühlen.
von Matthias Betz
10.09.2025, 19:00 Uhr, Gellendorf
Es ist Mittwochabend auf dem Sportplatz in Gellendorf, Flutlicht, leichter Wind – und dieser unverwechselbare Duft nach Bratwurst und frisch aufgeschüttetem Granulat. Schon vor dem Anpfiff ein Detail, das ins Auge springt: Pasi hat tatsächlich das richtige Trikot mitgebracht, und als August auftaucht, hat Gellendorf schon das Wasser gereicht. Die Bühne ist also bereitet für eine Revanche, die SC Altenrheine nicht liegen lässt.
Frühe Dominanz des SCA
Der SC Altenrheine beginnt wach, fokussiert, gallig – und vor allem mit Thorben in Galaform. In der 20. Minute setzt er zu einem Solo an, das so elegant wirkt, als spiele er nicht auf dem Altherrenplatz, sondern in Wembley: zwei schnelle Übersteiger, dann der Abschluss – trocken, flach, 0:1.
Nur sechs Minuten später folgt der nächste Stich. Wieder Thorben, diesmal als Spielmacher: von rechts verlagert er mit Übersicht das Spiel auf Backer. Der nimmt Maß, linker Spann, linkes Eck – 0:2. Ein Treffer, der das Wort „klassisch" verdient.
Die Gellendorfer Defensive schwimmt jetzt, und das nutzt Alex Wenker gnadenlos. In der 29. Minute tankt er sich links durch, bleibt vor dem Keeper eiskalt und schiebt cool zum 0:3 ein. Binnen zehn Minuten ist das Spiel auf den Kopf gestellt.
Doch Gellendorf wehrt sich: In Minute 31 nutzt das Heimteam einen seltenen Ausrutscher der SCA-Abwehr. Rudi lässt sich aus der Viererkette locken, rutscht auf dem Geläuf weg, und plötzlich läuft Gellendorf in Überzahl auf Kollis Tor zu. Sauber ausgespielt – 1:3. Halbzeit. Durchatmen.
Nach der Pause: Altenrheine legt nach
Fünfzigste Minute. Es ist dieser Moment, für den Altherrenspiele berühmt sind: Tege nimmt den Ball halblinks, läuft ein paar Meter und zimmert ihn wie ein Komet oben rechts in den Giebel – unhaltbar, ein Tor des Monats im Kleinformat. 1:4.
Zuvor hatte Pete noch die große Chance, alles klarzumachen. Er tanzt den Keeper aus, steht fünf Meter vorm leeren Tor und will cool einschieben – doch der Ball streicht hauchdünn vorbei. Es ist nicht Petes Abend.
Nur fünf Minuten später folgt der nächste Dämpfer für Gellendorf. Thorben setzt sich wieder einmal stark halbrechts durch, schließt ab, der Ball springt vom linken Pfosten vor Adrians Füße – einschieben, fertig, 1:5. Pete hat danach erneut eine gute Möglichkeit, diesmal streift der Ball den Pfosten.
In der 59. Minute keimt noch einmal Hoffnung für Gellendorf auf. Nach einer missglückten eigenen Ecke des SCA landet der Ball bei Andreas, der unglücklich steht und die Situation plötzlich gefährlich macht. Statt Konter gibt's Ecke für Gellendorf – und die wird sehenswert per Seitfallzieher verwertet. 2:5. Es sind Kollis erste beiden Gegentore in zwei Spielen – statistisch fast eine Randnotiz, aber sie geben der Partie eine Note Dramatik.
Fazit
Der SC Altenrheine feiert am Ende einen klaren 5:2-Auswärtssieg und damit die ersehnte Revanche. Thorben als Taktgeber, Backer und Wenker als Vollstrecker – dazu ein Traumtor von Tege und der richtige Riecher von Adrian. Gellendorf kämpft tapfer, nutzt Fehler eiskalt, doch am Ende fehlt die Durchschlagskraft.
Die Sprüche vom Spielfeldrand, normalerweise eine eigene Kategorie im SCA-Fanarchiv, bleiben diesmal wegen der Abwesenheit von „Karla Kolumna" unverschriftlicht. Ein kleiner Wermutstropfen für die Chronisten – aber vielleicht auch ein Geheimnis, das diesen Abend noch ein bisschen größer wirken lässt.