Ü32 des SC Altenrheine stolpert, Gellendorf trifft – und August kriegt endlich Wasser
von Matthias Betz
Es war 19:04 Uhr, als der Schiedsrichter die Pfeife hob und das Spiel bei leichtem Wind, aber immerhin trockenem Septemberabend anpfiff. Ein Abend, an dem Altenrheine ersatzgeschwächt antrat – gegen eine auf dem Papier stärkere und jüngere Gellendorfer Mannschaft. Und auf dem Papier gewinnt man ja gerne Spiele. Blöd nur, dass man auf dem Rasen spielen muss. Noch blöder: Die treuen Fans der SCA-Altherren sowie der Bierwart glänzten durch Abwesenheit. Ein Skandal, der später noch schwer wiegen sollte.
Minute 7: Erste Chance für Gellendorf, der Ball streicht knapp übers Lattenkreuz. Altenrheine atmet kollektiv aus, während die verbliebenen SCA Anhänger leise überlegen, ob es heute vielleicht doch Bier gibt.
Minute 9: Reporter Matthias Betz, heute von der Ersatzbank des SCA liebevoll Karla Kolumna genannt, bekommt endlich weitere Gesellschaft. Der nächste SCA-Anhänger, August Knips, findet den Weg auf die Zuschauerplätze. Damit ist die Auswärtskurve jetzt offiziell zu dritt. Axel Rietmann ist auch dabei.
Das Spiel bis dahin? Körperbetont. Sehr sogar. Gerrit Warburg grätscht wie einst Harald Konopka – also mit Ansage und ohne Rückfahrkarte – und klärt immerhin zum Einwurf. Stimmung am Spielfeldrand? Verhaltener als eine Steuerprüfung.
Minute 20: Plötzlich Großchance für Altenrheine. Sven Sandmann flankt, Henne Bäthker steht goldrichtig – aber leider auf dem falschen Fuß. Zwei Dezimeter vor dem Tor bleibt der Ball liegen, als hätte er noch was vor. Man sehnt sich nach Roland und Kidde, die sonst wenigstens das kommentieren würden.
Am Rand diskutiert man nun statt über Fußball lieber über die Gründung eines SCA-Fernsehkanals. Live-Übertragungen der Altherren. Warum auch nicht? Wenn es für Dart funktioniert, dann auch für Männer mit Bauchansatz und Oberschenkelkrämpfen.
Minute 30: Angriff Altenrheine über Warburg, Pass auf Bäthker, Abseits. Im Gegenzug zirkelt die Gellendorfer Nummer 7 den Ball übers Tor. Knips schätzt drei Meter – und liegt vermutlich daneben, aber das ist egal.
Dann der Auftritt des Tages vom Schiedsrichters: SCA-Keeper Paschke nimmt den Ball auf, der Schiri zählt runter. Von acht. Pfiff. Ecke Gellendorf. Die sagenhafte 8-Sekunden-Regel. Offensichtlich auch in der Ü32 gültig. Fehlt nur noch, dass der Kölner Keller jetzt auch noch aus irgendeinem Elteraner Partykeller zugeschaltet wird.
Minute 34: Zack. 1:0 für Gellendorf. Schuss ins linke Eck, Paschke sieht nichts, weil jemand im Weg steht.
Minute 35: Freistoß für den SCA. Dennis Tegeder hämmert aus 25 Metern – leider übers Tor. Halbzeit.
Es gibt übrigens kein Wasser für die Gäste. Skandal. Dafür geht das Flutlicht an – Strom ist offenbar günstiger als Getränke. August Knips ist empört und redet sich auch nach 5 Minuten immer noch in Rage.
Minute 44: Gellendorf erhöht auf 2:0.
Minute 46: Dann das Drama. Gellendorfs Keeper mäht Henne Bäthker um. Der humpelt direkt in die Kabine. Elfmeter SCA. Thomas Schütte schießt. Hoch. Sehr hoch. So hoch, dass der Ballfangzaun jetzt Höhenangst hat. Nach dem Spiel sagt Schütte: „Eigentlich wollte ich ihn in die Ecke schieben." – Gelächter. Großartig.
Minute 52: Altenrheine versucht's weiter, Warburg lupft, Keeper Gellendorf hält. Dann taucht auch Pascal Hartmann auf dem Spielfeld auf – im Trikot vom SC Hörstel. Zuhause falsch in die Wäschetonne gegriffen, richtige Farbe. Man nimmt, was man kriegt.
August Knips erspäht endlich den Gellendorfer Wasserträger – und siehe da: auch die Altenrheiner dürfen. Frieden am Spielfeldrand.
Minute 56: Gellendorf macht das 3:0. Halbrechts, flach, links unten rein. Verdammt.
Altmeister Rüdiger Schuma hält trotzdem tapfer dagegen, wie ein Mann, der eigentlich längst bei „Wer wird Millionär" sitzen könnte.
Minute 62: 4:0. Altenrheine merkt spätestens jetzt, dass es ein langer Abend wird.
Minute 70: Abpfiff. Ende einer ruppigen Partie, bei der Gellendorf offenbar noch die 0:8-Klatsche aus dem Sportpark im Kopf hatte. Altenrheine verabschiedet sich mit drei Verletzten. Ergebnis? In Ordnung. Höhe? Zwei Tore zu viel.
Fazit: Kein Bier, kaum Fans, drei Verletzte. Altenrheine hat schon bessere Abende erlebt. Und dennoch: Kopf hoch – heute, 04.09.2025, spielt die Erste im Westfalenpokal gegen Regionalligist SF Lotte. Sportpark Altenrheine. Hingehen, Bier trinken, schreien.
Gute Nacht.
von Matthias Betz
Mittwochabend, 09.07.2025. 19:01 Uhr, der Anstoß auf Platz 3 in Altenrheine verzögert sich um exakt eine Minute – nicht aus organisatorischen Gründen, sondern weil das Spiel einfach Bock hatte, pünktlich zu sein, aber eben nicht zu sehr. Die Sonne steht tief, der Rasen ist in Topform, und das Publikum zwischen Campingstuhl, Bierbank und Grillgeruch reibt sich die Hände. Was dann folgt, ist eine Mischung aus sportlicher Machtdemonstration, Slapstick und gelegentlicher Dorftheater-Komödie.
Die ersten Minuten gestalten sich unspektakulär. Der SC Altenrheine zelebriert ein wenig TikiTaka im eigenen Strafraum – gefährlich schön oder einfach nur schön gefährlich, das bleibt Interpretationssache. Große Chancen gibt's zunächst keine, außer der für den Ex-Gellendorfer Chris Naberbäumer, der sich an der eigenen Strafraumgrenze tunneln lässt. Der Zuschauer sagt: „Autsch." Der Trainer sagt: „Weiter!"
In der 5. Minute dann der erste Hochkaräter: Kai Sandmann steht plötzlich ganz alleine vorm gegnerischen Torwart, nur er, der Ball, das Tor – und seine Nerven. Und die versagen. Nicht schlimm, denn bei der anschließenden Ecke stürmen elf Mann in den Strafraum, ein Bild wie bei der F-Jugend, wenn alle gleichzeitig auf den Ball losgehen. Ecke Nummer zwei bringt dann Klarheit: Felix Spielmann schraubt sich hoch und nickt das Leder per Kopf wuchtig ins Netz. 1:0. Kein Zweifel, dass das verdient war.
Während die Zuschauer noch darüber diskutieren, ob Kiddes O-Beine tatsächlich groß genug sind, um ein ganzes Schwein hindurchzuschieben – laut Axel sogar hochkant – geht das Spiel munter weiter. In Minute 13 schüttelt sich Naberbäumer kurz das Tunneltrauma ab, geht rechts durch wie ein Taschenmesser durch Butter und legt klug auf Adrian Turat ab. Der bleibt cool, zirkelt das Ding ins lange Eck. 2:0. Die Gellendorfer wirken da schon wie ein Hobby-Chor beim Auswärtsspiel – guter Wille, aber keine Struktur.
Wenig später segelt der Gellendorfer Torwart artistisch unter einem hohen Ball hindurch. Kipker zieht ab, ein Abwehrspieler rettet auf der Linie – mit der Hand. Schiedsrichter August Knips zückt den Finger und zeigt auf den Punkt. Elfmeter. Pete Wipperfürth tritt an und verschießt so kläglich, dass der Ball vermutlich die nächstgelegende Eckfahne touchiert hat. Pete versucht, sich unsichtbar zu machen, die Zuschauer diskutieren noch zehn Minuten später über diesen tragischen Aussetzer.
Doch Altenrheine lässt sich nicht beirren. In der 21. Minute scheitert Turat zunächst noch mit einem Schuss ans Lattenkreuz, Sekunden später macht er's besser – 3:0. Völlig verdient. Gellendorf spielt derweil weiterhin nur Anstoß. Mittlerweile zum vierten Mal. Ein Schüsschen auf das Tor von Tobi Reekers sorgt für verhaltenen Applaus bei den Altenrheiner Kindern auf dem Klettergerüst. In der 25. Minute bekommt Gellendorf dann endlich mal eine gefährliche Freistoßposition – das war's aber auch schon.
Wenig später ist es Kai Sandmann, der in der 28. Minute einen Freistoß um die Mauer ins Torwarteck zirkelt – 4:0. Der Torwart bleibt regungslos stehen, vielleicht aus Trotz, vielleicht aus Erschöpfung. Zwei Minuten später stochert Kai Sandmann nach diversen Abprallern das 5:0 über die Linie. Der Gellendorfer Schlussmann hat sichtlich genug, lässt sich auswechseln. Man sieht es ihm an: Die Lust ist dahin, der Wille gebrochen.
Nach einem klaren Foul an einen Altenrheiner Stürmer, das Schiedsrichter Knips entweder übersehen oder mit der Vorteilsregel überspielt hat, staubt Henne Bäthker zum 6:0 ab. Danach ist Halbzeit. Durchatmen. Nicht nur bei Gellendorf, sondern auch bei den Zuschauern. Bier wird nachgeholt, Kidde fordert per Zuruf erneut ein Golf-Caddy für den Getränketransport. Der Weg ist weit, die Sonne steht tief, und irgendwo spielt im Hintergrund jemand mit einer Bluetooth-Box „Tage wie diese".
Die zweite Hälfte beginnt mit einem Déjà-vu: Naberbäumer wird erneut getunnelt. Es ist fast schon tragisch, wenn es nicht so lustig wäre. In der 46. Minute erhöht Henne Bäthker auf 7:0 – ein Schuss, ein Treffer, keine Gegenwehr. Gellendorf scheint nur noch körperlich anwesend zu sein, geistig sind viele wahrscheinlich schon beim Feierabendbier. Dann – Überraschung – der erste Torschuss von Gellendorf in Minute 48. Der Ball landet nicht im Netz, sondern ganz oben am Ballfangzaun. Zwei Minuten später wieder. Der Zaun hält, das Ergebnis auch.
Was folgt, ist ein kollektives Einschlafen. Das Spiel verliert an Tempo, an Spannung, an allem, was man sonst gerne auf Plakate druckt. Altenrheine hat keinen Bedarf mehr, Gellendorf keinen Plan. Die Zuschauer wenden sich langsam dem Trainingsspiel der dritten Mannschaft zu, das plötzlich interessanter wirkt als das eigentliche Spiel. Trainer Sascha Bernsmeier freut sich derweil über das Ergebnis. In seiner letzten Amtszeit war er eher Prügelknabe, das Ergebnis meist andersrum wie heute.
Schiedsrichter Knips hat schließlich ein Einsehen – nach 70 Minuten ist Schluss. Gellendorf wird erlöst, Altenrheine geht mit breiter Brust vom Platz. Ein Spiel, das in der ersten Halbzeit unterhaltsam, in der zweiten eher wie ein gemütlicher Radausflug wirkte. Verdient war's allemal. Und man muss sagen: Wenn ein Tunnel schöner aussieht als ein Tor, dann ist es eben doch kein normales Fußballspiel.
18. Juni 2025, Auto Deters Stadion, Rheine – Anstoß 19:00 Uhr. Leicht bewölkter Himmel, geschätzte 26 Grad. Ein Abend, an dem man sich fragt: Wird hier heute wirklich noch Fußball gespielt – oder ist das Ganze nur die Generalprobe fürs Schützenfest?
Der Schiedsrichter pfeift pünktlich an. Auf dem Rasen das, was man in Fachkreisen mit einem leicht ironischen Grinsen als „Star-Ensemble" bezeichnet – aber wer da genau hinschaut, erkennt sofort: Das ist nicht ironisch gemeint. Felix Spielmann, Chris Naberbäumer, Claudio Kipkito, Sven Sandmann und Alex Lühn tragen das Trikot des SC Altenheine mit sichtbarer Würde und noch sichtbarer Wadenbandage.
Doch das erste sportliche Highlight gehört – wie könnte es anders sein – keinem Spieler, sondern einem Mann mit klarem Blick für das Wesentliche: Roland. Nach exakt fünf Minuten meldet er sich aus dem Zuschauerbereich mit einem erfreuten Nicken: „Das Bier ist kalt." Und man spürt, jetzt kann es ein guter Fußballabend werden.
Fußball gespielt wurde auch – ein bisschen zumindest. In den ersten fünf Minuten passierte auf dem Platz wenig bis nichts. Es war mehr ein Herantasten – an den Ball, an die Kondition, an die Tatsache, dass der Muskelkater schon zuschaut.
Minute 7: Dann das erste fußballerische Feuerwerk – und das kommt vom GWA. Fernschuss aus gut 20 Metern, der Ball rauscht oben links in den Winkel. Keine Chance für Tobi Reekers, der sich bei diesem Geschoss wohl eher fragte, ob er seinen Bierdeckel vergessen hat. 1:0 für Grün-Weiß Amisia Rheine.
Minute 9: Antwortversuch vom SCA – Adrian Turat mit einem Flankenversuch, der so gar nichts mit einer Flanke zu tun hatte. Mehr ein Pass ins Nichts, aber immerhin bemüht. Dafür gibt's von GWA-Fan Carsten ter Steege eine Info aus dem Maschinenraum des Platzbaus: „Da der Rasen um den Elferpunkt frisch eingesät wurde, gibt's heute keine Elfmeter." Sagt zumindest der Platzwart.
Minute 12: Das interessiert den Schiri offenbar nur peripher. Björn Reinhold wird gelegt – ja, früher war er schneller, aber die Gravitation gewinnt mit dem Alter an Überzeugungskraft. Chris Naberbäumer tritt an, verwandelt sicher unten rechts. 1:1 – und die Debatte um den Elfmeterpunkt ist Geschichte.
Die Zuschauer nehmen's sportlich – und am Seitenrand schleicht plötzlich SCA-Platzwart Lui Göcking über den Rasen. Warum? Niemand weiß es so genau. Vielleicht war es Spionage, vielleicht ein Zeichen. Auf jeden Fall war es Lui.
Minute 25: Das Spiel plätschert dahin, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Luft scheint raus, einige Spieler auch. Der Ball läuft zäh, das Bier deutlich flüssiger.
Minute 32: Dann wieder ein Aufschrei. Langer Ball von Lutz auf Andre, der mit Übersicht und Gefühl den Keeper überlupft. 2:1 für den SCA. Der Torjubel? Verhaltener Stolz und kontrolliertes Atmen – mehr geht nicht mehr in dem Alter.
Minute 33: Und jetzt geht's plötzlich Schlag auf Schlag. Pete Wipperfürth haut das Ding mit so viel Wucht in die Maschen, dass er sich selbst mit zu Boden reißt. Die Erde bebt, kurz und kräftig. 3:1 für den SCA.
Minute 35: Der Halbzeitpfiff ist für viele eine willkommene Gelegenheit, sich nochmal ein Getränk zu holen – und ein wenig Luft. Die Spieler? Müde, aber stolz.
Nach dem Seitenwechsel ändert sich zunächst: nichts. Wieder fünf Minuten Leerlauf – wie eine Schleife des ersten Durchgangs. Doch dann plötzlich: Tobi Reekers mit einer akrobatischen Abrollparade, wie man sie zuletzt bei Oliver Kahn um die Jahrtausendwende gesehen hat. Das Stadion raunt. Das war Kunst.
Minute 40: Und dann kommt er – Sven Sandmann. Er zieht ab, aus gefühlten 35 Metern. Der Ball zischt rechts oben rein, an den Innenpfosten, dann unter die Latte. Ein Tor wie gemalt. 4:1. Selbst seine Mitspieler sagen: „Der muss jetzt raus – schöner wird's nicht."
Minute 43: Tobi Reekers tanzt nun Stürmer aus wie ein junger Neuer, elegant, entspannt, unaufgeregt. Der GWA? Völlig überfordert. Der SCA rollt wie ein Feierabendzug Richtung Sieg.
Minute 46: Ein Lebenszeichen des GWA. Ecke, Klärungsversuch, doch die Kugel landet zentral vor den Füßen eines GWA-Spielers – Distanzschuss, Tor! 2:4. Noch ein bisschen Hoffnung? Vielleicht. Kurz.
Minute 50: Claudio Kipkito mit einem Fehlpass, der in jeder Kreisklasse für Diskussionen sorgt. Reekers rettet in letzter Sekunde. Am Rand lässt sich Dennis Knips, mittlerweile ausgewechselt, vernehmen: „Seit ich raus bin, läuft der Ball besser." Selbstreflexion oder Seitenhieb? Entscheidet der Leser.
Minute 56: Dann wieder der SCA. Adrian Turat bringt eine Flanke, die Thomas Schütte einfach nur mit der Stirn ablegt. Kein Springen nötig. 5:2. Routine in Reinform.
Und dann – plötzlich und ohne Zusammenhang – meldet sich Kidde aus dem Zuschauerblock. „Ein Euro für den Sportplatz – Parkplatz inklusive!" Warum er das sagt? Niemand weiß es. Aber alle lachen.
Minute 59: Thorben probiert den Hackentrick. Der misslingt so brutal, dass es fast schon wieder Kunst ist. Schütte nutzt die Gunst der Stunde, staubt ab. 6:2.
Minute 60: Kai Sandmann, der sich längst den Beinamen „Alberto Tomba" verdient hat, schlängelt sich durch vier Gegenspieler wie im Riesenslalom, legt quer auf Björn Reinhold – Tor! 7:2. Jetzt wird's wild.
Minute 62: Und dann kommt – tatsächlich – der zweite Elfmeter des Spiels. Irgendwo weint ein Platzwart. Kai Sandmann läuft an, verlädt den Keeper. 8:2.
Minute 70: Abpfiff. Und bei allem Respekt für den GWA – das war eine Machtdemonstration des SCA. Klarer Derbysieg, viele Tore, kaltes Bier, gute Laune. Und morgen? Morgen geht's geschlossen weiter – zum Schützenfest nach Altenrheine.
von Matthias Betz
Altenrheine, 07. Mai 2025, 19.02 Uhr
Liebe Freunde des gepflegten Rasensports,
was sich da am Mittwochabend auf dem traditionsreichen Grün in Altenrheine abspielte, war ein Fußballabend, wie ihn nur die Altherren liefern können: mit Herz, mit Kampf, und – ja, auch mit einer ordentlichen Portion Kuriositäten.
Pünktlich um 19:02 Uhr pfiff der nicht mehr ganz taufrische, aber mit reichlich Erfahrung gesegnete Schiedsrichter August Knips die Partie an. Möbelpacker Markus Sonnen hütete das Tor des SC Altenrheine, und von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spielchen, das zunächst vor allem eines zeigte: Schüsse aufs Tor – hier und da, hüben wie drüben, aber der Ball fand einfach nicht den Weg ins Netz. Die Zuschauer am Spielfeldrand, von der Sonne verwöhnt, beklagten sich lieber über den zu trockenen Rasen, als dass sie dem Spiel gebannt folgten. Erste Rufe nach Edelreservist „Kröte" hallten über den Platz.
Dann, in Minute 10, der erste Aufreger: Adrian Turat musste mit blutiger Nase vom Platz, für ihn kam Thomas Schütte. Keine 60 Sekunden später machte Schütte klar, warum er dringend gebraucht wurde: Nach einem missglückten Schussversuch von Henne Bäthker stocherte er den Ball zum 1:0 über die Linie. Die Gäste aus Gellendorf protestierten wütend – sie witterten Abseits. Aber Schiri Knips blieb hart: Tor zählt!
In der Folge übernahm der SCA klar das Kommando, Schütte versuchte sich erneut, diesmal kläglich vorbei. Doch dann, Minute 16: Dennis Tegeder mit einem rustikalen Foul – Elfmeter für Gellendorf. Der Strafstoß wurde eiskalt verwandelt, Möbelpacker Sonnen hatte keine Chance, und selbst die Umzugskartons der Firma Beckmann hätten diesen Ball nicht aufgehalten. 1:1.
Doch Altenrheine hatte Schütte! In Minute 19 luchste er dem gegnerischen Keeper per Pressschlag den Ball ab, der anschließend gemächlich ins Tor rollte – 2:1. Danach verlor das Spiel merklich an Fahrt, am Spielfeldrand wurde schon über Gartenarbeit gefachsimpelt. Kein Wunder, dass Knips sieben Minuten zu früh zur Halbzeit pfiff.
Nach dem Pausentee – pünktlich um 19:34 Uhr – ging es weiter. Minute 37: Der frisch eingewechselte Dennis Knips netzte zum 3:1 ein. Zwei Minuten später schickte Tegeder den Ball nach einer Ecke von Bäthker auf eine unfreiwillige Flugreise zum angrenzenden Tennisplatz – der Ball hatte quasi Schnee auf der Kappe.
Minute 43 brachte das 4:1 durch – na klar – Schütte. Wie der Ball ins Eck kullerte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Und weil's so schön war, Minute 45: Bäthker mit einer Flanke, Schütte mit dem Kopf – 5:1. Die Gäste waren jetzt völlig von der Rolle. Marc Stellmacher wurde noch eingewechselt, konnte dem Spiel aber zunächst keinen neuen Glanz verleihen. Auch Schornsteinfeger Michelle Rickert, der auf Seiten der Gellendorfer für Glück sorgen sollte, konnte die schwarze Serie nicht beenden.
In Minute 55 vergab Andre Paschke eine weitere Chance, bevor Gellendorf mit einem Kontertor in Minute 56 auf 5:2 verkürzte – ein kleiner Schönheitsfehler, der Dirk Backer angelastet werden darf. Chancen für Altenrheine gab es danach noch reichlich, ein Pfostenschuss inklusive. Die Gäste haderten zunehmend mit den Entscheidungen des Schiedsrichters, aber, meine Damen und Herren: Mit 73 Jahren übersieht man halt auch mal was.
Nach exakt 30 Minuten in Hälfte zwei war Schluss: 5:2 für den SC Altenrheine. Ein Altersunterschied zugunsten der Hausherren machte sich auf dem Platz bemerkbar. Laut Edelfan Roland Frentzel der beste Saisonstart seit gefühlt 24 Jahren – vielleicht sogar seit 1924.
Ja, meine Damen und Herren – so geht Altherrenfußball! Emotionen, Geschichten und jede Menge Gesprächsstoff für die dritte Halbzeit.
von Matthias Betz
Altenrheine, 23. April 2025, 19.00 Uhr
Ein Abend, der mehr „Waterworld" als Altherrenliga versprach, bot den tapferen Zuschauern beim traditionsreichen Altherren-Kanalderby zwischen dem SC Altenrheine und Eintracht Rodde alles, was ein feuchter Fußballabend braucht – inklusive Rostgefahr für Körperpiercings und einem Schiedsrichter, der zum nassen Pudelmix mutierte.
Dauerregen. Fußball. Emotionen. Alles war angerichtet – oder eher aufgeweicht. Schon in der 24. Spielminute nahm das Drama seinen Lauf: Rodde, flach wie die Niederlande, aber mit messerscharfen Pässen, überrollte über die rechte Seite die Defensive des SC Altenrheine. Abschluss, Tor – 0:1. Textbuch-Fußball unter feinstem Landregen.
Nur vier Minuten später die Antwort des SCA – und was für eine! Felix Spielmann schraubt sich in den Wolkenhimmel, setzt zum Kopfball an, doch Roddes Keeper mit einem Reflex wie aus der Bundesliga. Es bleibt beim 0:1.
29. Spielminute – legendär: Greenkeeper Lui Göcking, Held in Gummistiefeln, kurz davor den THW zu rufen, um das Spielfeld zu retten. Erinnerungen werden wach an die legendäre Wasserschlacht von 2008/09 – Bayern gegen Nürnberg. Heute allerdings: Gummiente gegen Gänseblümchen.
Kuriosum vor dem Pausentee: Schiri Manni Dropmann, durchnässt bis in die Seele, entscheidet sich nach 35 Minuten für den Selbstwechsel – was ihn offiziell zum ersten Referee macht, der sich wegen Starkregens selbst auswechselt. Mit hängendem Leibchen und triefenden Kniestrümpfen verlässt er den Platz. Halbzeitstand: 0:1.
Dann – wie aus dem Nichts – Prominenz in Sicht. Andreas Beckmann und Adrian Turat betreten die Bühne, stilecht mit Aufwärmübungen auf Knöcheltiefe.
Ab der 45. Minute übernimmt der SC Altenrheine das Kommando – jetzt geht's nur noch in eine Richtung.
50 Spielminute: Passi Hartmann mit einer Riesenchance – doch der Platz? Ein Sumpf! Statt einzunetzen, bleibt der Ball fast stecken. Fußball, der zum Schlammbaden einlädt.
54. Spielminute: Adrian Turat will's wissen, holt zumindest eine Ecke raus – doch auch die führt zu nichts. Der Ball versinkt, wie so viele Hoffnungen an diesem Abend.
Dann, 58. Spielminute, die Erlösung: Ein böses Foul der Natur an Roddes Keeper – nasser Ball, rutschiger Boden, kurze Unsicherheit – und Henne Bäthker sagt artig danke. 1:1. Hochverdient, hochdramatisch.
Der SCA dreht auf wie der Regenradar bei Unwetterwarnung. Pfostentreffer inklusive. Aber: Rodde rettet sich ins Ziel, mit Mann und Maus.
70. Spielminute: Abpfiff der Regenschlacht. Endstand ein leistungsgerechtes 1:1.
Fazit: Dieses 1:1 ist mehr als nur ein Ergebnis – es ist ein Zeitdokument. Ein Spiel, das sich nicht entscheiden ließ – weil der Platz, das Wetter und vielleicht auch die Fußballgötter kollektiv auf "Unentschieden" gestellt hatten. Ein Klassiker im Matsch, ein Derby mit Seele.
Max Rasche ist derzeit noch Teil der A-Junioren von Eintracht Rodde, konnte jedoch bereits erste Einsätze in der 1. Mannschaft seines Vereins verbuchen. Kai Sandmann, der Trainer von SC Altenrheine 2, beschreibt ihn als kleinen, wendigen Stürmer, der sowohl in der zentralen Angriffsposition als auch auf den Flügeln eingesetzt werden kann. „Max ist ein quirliger Spieler, der viel Dynamik ins Spiel bringt und vielseitig einsetzbar ist“, so Sandmann.
Schon während seiner Zeit als A-Jugendtrainer bemühte sich Sandmann um den 18-jährigen Rasche, erhielt jedoch damals eine Absage, da der junge Spieler noch mit seinen Freunden in Rodde spielen wollte. Nun hat sich Rasche jedoch für den Wechsel zum SC Altenrheine entschieden, was Sandmann besonders freut. „Wir sind sehr froh über seine Zusage, zumal auch andere Vereine großes Interesse an Max gezeigt haben“, erklärt Sandmann.
Er sieht den Transfer als Anerkennung der guten Arbeit des Vereins: „Die Zusage von Max zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Er hat das Potenzial, sich bei uns fußballerisch weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen.“ Sandmann ist überzeugt, dass der Neuzugang eine wertvolle Bereicherung für die Mannschaft darstellt und freut sich darauf, Rasche im Team zu integrieren.
Am vergangenen Wochenende unternahm die Alt-Herren-Abteilung des SC Altenrheine ihre alljährliche Radtour, die unter der Leitung von Manni Dropmann stand. Insgesamt nahmen 20 engagierte Fahrradfahrer an der Tour teil. Die Strecke führte über rund 50 Kilometer und bot bei bestem Wetter optimale Bedingungen für eine gelungene Tour.
Ziel der Tour: Besuch bei Jürgen Wortmann
Ein besonderes Ziel der diesjährigen Radtour war der Besuch bei Teamkameraden Jürgen Wortmann. Jürgen, der vor Kurzem einen schweren Unfall erlitten hatte und deshalb nicht an der Tour teilnehmen konnte, wurde mit dem Besuch überrascht. Er wohnt am Fuße des Dickenbergs und war sichtlich erfreut über das Erscheinen seiner Kameraden. Bei ihm angekommen, wurden die Radfahrer herzlich empfangen. Zur Stärkung gab es Bier und Canapés, was für gute Stimmung sorgte und die Kameradschaft innerhalb der Truppe weiter festigte.
Nach dem Aufenthalt bei Jürgen machte sich die Gruppe wieder auf den Rückweg. Bei strahlendem Sonnenschein kehrten die Radfahrer schließlich zum Sportplatz des SC Altenrheine zurück, wo bereits alles für ein gemütliches Beisammensein vorbereitet war. Traditionell wurde der „Kotelettstrang“ vom Grill serviert, der bei allen Teilnehmern großen Anklang fand.
In entspannter Atmosphäre ließen die Sportkameraden den Tag Revue passieren, tauschten Geschichten aus und genossen das leckere Essen. Der Tag zeigte einmal mehr den starken Zusammenhalt der Alt-Herren-Abteilung und war für alle Teilnehmer eine gelungene Kombination aus sportlicher Aktivität und geselligem Miteinander.
Die Radtour wird sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben, und die Vorfreude auf das nächste Jahr ist bereits groß.
Am vergangenen Mittwoch konnte die Altherren-Mannschaft des SC Altenrheine endlich wieder einmal einen lang ersehnten Sieg einfahren. Nach einer gefühlten Durststrecke von zwei Jahren feierten die Altenrheiner einen souveränen 4:1-Erfolg gegen die Sportfreunde Gellendorf.
Das Spiel begann zunächst ausgeglichen, und die Gäste aus Gellendorf konnten das Spiel bis zur Mitte der ersten Halbzeit offen gestalten. Pete Wipperfürth war es jedoch, der den SC Altenrheine mit einem entschlossenen Abschluss in Führung brachte. Kurz darauf gelang den Gästen der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1, was das Spiel wieder spannend machte.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff drehte der SC Altenrheine aber nochmal auf. Julian Deblaere erzielte nach einem herrlichen Fernschuss die erneute Führung. Dieser Treffer war umso bemerkenswerter, da Deblaere zuvor zweimal den Ball in den benachbarten Rheinenser Zoo befördert hatte. Doch aller guten Dinge sind bekanntlich drei, und so fand der dritte Versuch endlich das Ziel.
In Halbzeit zwei erhöhte Henne Bäthker auf 3:1, bevor Pascal Hartmann den 4:1-Endstand perfekt machte. Bei besten Bedingungen – strahlendem Sonnenschein und 28 Grad – zeigte die Mannschaft eine geschlossene und kämpferische Leistung, die am Ende völlig verdient mit einem klaren Sieg belohnt wurde.
Mit neuem Selbstvertrauen blickt das Team nun auf das nächste Spiel am kommenden Mittwoch, wenn sie auf die Altherren von GWA treffen. In der aktuellen Form wird der SC Altenrheine sicherlich mit breiter Brust in diese Partie gehen.